Generalvikar Klingan vor den Gedenktafeln
Generalvikar Klingan erinnert an die Bedeutung des Vermächtnisses der Märtyrer und Opfer des NS-Regimes für die heutige Zeit, Foto: EOM/Robert Kiderle

Gedenktafel für Fritz Gerlich und Wolfgang Meier in der KZ-Gedenkstätte Dachau enthüllt und gesegnet

Christoph Klingan, Generalvikar der Erzdiözese München und Freising, hat für die beiden Märtyrer und Opfer des nationalsozialistischen Regimes Fritz Michael Gerlich und Wolfgang Meier am Mittwoch, 18. Juni 2025 eine Gedenktafel im Gedenkraum der KZ-Gedenkstätte Dachau enthüllt und gesegnet.  Auf der Tafel ist das Bibelwort „Herr, du Gott meiner Rettung, am Tag und in der Nacht schrei ich vor dir. Lass mein Bittgebet vor dein Angesicht kommen, neige dein Ohr meinem Rufen“ (Psalm 88, 2-3) zu lesen. Die Gedenktafel erinnert namentlich an Gerlich und Meier sowie „an alle Opfer aus dem Erzbistum München und Freising während der Zeit des Nationalsozialismus“.

Gerlich und Meier haben, so Generalvikar Klingan, „den Mut aufgebracht, ihrer inneren Überzeugung treu zu bleiben und sich dem NS-Regime zu widersetzen. Ihr christlicher Glaube war dabei eine wichtige Quelle ihrer inneren Kraft“. Beide seien „Vorbilder im Glauben“ und ihr Beispiel sei „Ansporn, mit Entschiedenheit für die christlichen Grundwerte, zuvorderst den Schutz der Menschenwürde einzutreten, und nicht nur von Nächstenliebe zu sprechen, sondern sie auch zu leben“. In ihrer Zeit gehörten Gerlich und Meier zur „Minderheit in einer großen Menge der Ängstlichen, Schweigenden und Wegsehenden“ – umso dankbarer müsse man für ihr Zeugnis sein. Von Gerlich und Meier könne man für die Herausforderungen der Gegenwart lernen, betont Klingan: „Für das Leben einstehen, für die Würde jedes Menschen, sich klar abgrenzen gegenüber Hass und Hetze, Verrohung und Spaltung. Aus der Geschichte lernen bedeutet, wach und hellsichtig zu sein, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden.“

Fritz Michael Gerlich (1883-1934) war Journalist und Publizist in München. Er wandte sich früh in seinen Veröffentlichungen scharf und entschieden gegen Adolf Hitler und die NSDAP. Wenige Wochen nach Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Gerlich verhaftet, in das KZ Dachau gebracht und dort am 1. Juli 1934 erschossen.

Wolfgang Meier (1878-1945) war Landwirt und versteckte auf seinem Bauernhof in der Nähe von Dorfen nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 den im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiven Jesuitenprovinzial Augustin Rösch. Im Februar 1945 stürmte die Gestapo das Anwesen der Familie Meier, Wolfgang Meier wurde daraufhin im KZ Dachau inhaftiert. Hier starb er am 22. Februar 1945 laut offizieller Darstellung seitens der Nationalsozialisten an Typhus.

Weitere Informationen und Details sind auf der Internetseite des Erzbistums München und Freising zu finden unter https://www.erzbistum-muenchen.de/news/bistum/Erinnerung-an-Maertyrer-Fritz-Gerlich-und-Wolfgang-Meier-48698.news